Geliebtes Kayamandi-eine andere Kultur
Jetzt sind wir wieder im guten, alten Kayamandi. Und wir müssen sagen, dass uns wirklich ein Heimatsgefühl aufgekommen ist, als wir unser Wellblechdorf schon aus der Ferne sehen konnten. Man vermisst schon nach ein paar Tagen die Menschen auf der Arbeit. Auch unsere “Mama” und unser “Papa” haben uns schon gefehlt( nach der Zeit in Stellenbosch).
Wir haben die letzten beiden Wochen viel erlebt und gelernt.
Die Kultur in Kayamandi ist wirklich noch eine ganz andere. Am Dienstag haben wir uns das erste mal mit unseren Erzieherinnen über die Maßnahmen dort unterhalten. Denn leider werden die Kinder viel angeschrien und geschlagen. Sie hat uns versucht zu erklären warum das so ist. Wir arbeiten im Moment auf kleinstem Raum mit bis zu 70 Kindern mit nur 3 Aufsichtspersonen. Die Kinder kennen schläge von Zuhause und reagieren nicht besonders auf normalen Umgang. Sie hat uns gesagt, dass sie weiß, dass es falsch ist die Kinder zu schlagen aber das es einfach keine andere Möglichkeit gibt ihnen Respekt beizubringen. Wir waren ziemlich erstaunt, dass sie doch eigentlich weiß das dieser Weg nicht der Richtige ist. Es ist einfach zu wenig Platz und zu viele Kinder. Erst vorgestern haben wir eine Mutter in der Creche gesehen, die schon 6 Kinder hat und gerade mal so um die 20 Jahre ist. Die beiden kleinen sind in Janas Creche unten und sehen echt immer total verwahrlost aus. Die Familien sind hier ziemlich groß und viele Leute, so hat man zumindest den Eindruck ,müssen sehr lange überlegen wer zu ihrer Familie gehört. Aber dennoch wenn es darauf ankommt, dann halten alle zusammen. In unserem Haus alleine hat unsere “Mama” 5 Menschen die irgendwie mit ihr verwandt sind und die deshalb immer bei uns essen und manchmal auch schlafen. Erst gestern stand auf einmal ein dicker Mann vor Magdalena und hat ihr erklärt, dass er sich bei uns waschen dürfte. Nachher kommt raus,. das er irgendwie ein Cousin von Madiba ist. Tja.. es gehen bei uns am Tag eh so 50 Menschen ein und aus. Geschlossene Türen g ibt es nicht.
Am Mittwoch hat Madiba dann Jana vorgeschlagen einen Mann zu heiraten, der gerade bei uns ins Haus gekommen war. das war natürlich nur spaß, aber Jana war total entsetzt, weil der Mann seine Frau dabei hatte. Aber denkst du. Hier ist es noch möglich oder üblich das die Männer mehr als eine Frau haben können.(Tja Männer Afrikaner müsste man sein, was?) Unser “Papa” hat sich darüber total aufgeregt, denn er sagte eine Frau sei schon genung arbeit, wieso dann nochmehr?
Dann wurde uns auch noch erklärt, dass die Frau die verheiratet wird ein halbes Jahr lang nur Röcke und Kopftücher trägt, um ihre Hochzeit im Dorf bekannt zu geben.
Wenn jemand stirbt in der Nachbarschaft, dann darf in der ganzen Umgebung über 2 Wochen keine Party gefeiert werden. Und für eine Beerdigung wird von der Polizei die Straße abgesperrt, weil so viele Menschen sie besuchen.
Als wir am Wochenende mit unserem “Papa” einen getrunken haben, hat er uns auch noch folgendes erklärt: Wir wollten mit ihm anstoßen und haben erklärt, dass man einem dabei in die Augen gucken muss, weil… ihr wisst schon:) aber hier ist das ein Gegenteil. Mann darf dem Gegenüber nicht in die Augen gucken, weil m an ihn sonst zum Kampf auffordert. Nur der Älteste darf jederzeit jedem in die Augen schauen.
Dann waren wir am Sonntag das erste Mal in der Kirche. Wir hören jeden morgen die Kayamandikirche , mit den lauten gesängen. wir waren aber zuerst mal in der Kirche in Stellenbosch und wollen nächste Woche mal in die Kayakirche gehen. Also in Stellenbosch die Kirche ist reicher. Am Anfang wurde gesungen und ein bisschen getanzt. die leute haben einfach mitten in der Messe ihre Hände in die Luft gehalten und ihre Gebete laut rausgerufen. Es wurde manchmal in kleinen Kreisen gebetet. Alles war ziemlich locker aber irgendwie schön.Wir sind schon gespannt unsere Kayamdi kirche zu erleben. Übrings ein Gottedienst dauert hier ein bisschen länger..
So das war jetzt erstmal das was uns noch zur Kultur eingefallen ist.Melden uns bald nochmal..Wird drücken euch.
